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Wie entwickelt sich mein Kind vor der Geburt?

Die frühe Schwangerschaft - Embryonalzeit

Jede ungestörte Schwangerschaft entwickelt sich am Anfang grundsätzlich gleich. Trotzdem gibt es viele individuelle Unterschiede. Die Schwangerschaft selbst wird von den Frauen unterschiedlich empfunden. Individuelle Schwangerschafts-Risiken können die Schwangerschaft beeinflussen. Nichtsdestoweniger, die Entwicklung der kindlichen Organe und ihrer Sinne bleibt fast immer gleich. Beschäftigen wir uns hier also mit der Entwicklung des Kindes und seiner Organe:

SSW 2+X

Die mütterliche Eizelle ist herangereift im sogenannten Tertiär- oder Graaf-Follikel. Ihre umgebenden Zellen haben die Gebärmutterschleimhaut angehalten, sich hoch aufzubauen und genügend Einnistungsfläche zu bieten. östrogene aus den Eierstöcken haben dies bewirkt. Nachdem die Hirnanhangdrüse die Produktion des Follikel stimulierende Hormon (FSH) unter dem hohen östrogen-Einfluss herunter regulierte und das Luteinisierende Hormon (LH) bildete, kam es zur Ovulation (Eisprung), und der Follikel, in dem die Eizelle heran reifte wurde zum Gelbkörper (Corpus luteum) umgebildet. Der Gelbkörper und sein Hormon (Progesteron) sorgen nun dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut möglichst optimal auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vorbereitet werden. Sie wird durch Schlängelung ihrer Blutgefäße stärker durchblutet.

SSW 3+X

Die Eizelle wurde in der letzten Woche befruchtet. Sie ist die größte Zelle des menschlichen Körpers mit einem Durchmesser von 0,2 mm. Die Befruchtung hat im Eileiter stattgefunden. Nun teilte sich nach wenigen Stunden die Eizelle zum Zwei-, Vier-, Achtzeller-Stadium. An Größe hat dieses frühe Schwangerschaftsprodukt nicht zugenommen. Möglicherweise haben sich auch Zellen aus diesem Zellverband herausgelöst und leben ihr eigenes Leben - der Beginn eineiiger Zwillinge. Möglicherweise sind zuvor auch zwei Eizellen herangereift und beide befruchtet worden - der Beginn zweieiiger Zwillinge.

Nun jedenfalls hat sich die Schwangerschaft eingenistet. Sie hat sich in die Gebärmutterschleimhaut "eingenistet", einen Blutsee erzeugt, der mit einem Fibrinpfropfen wieder verschlossen wurde, und schmarotzt jetzt bei der Mutter. Dabai gibt es zwei größere Probleme. Erstens ist das Schwangerschaftsprodukt keine eigenes mütterliches Gewebe. Es würde unweigerlich von der mütterlichen Immunabwehr "aufgefressen" werden. Also legt es die Immunabwehr diesbezüglich lahm. Zweitens "hält" der mütterliche Gelbkörper nur rund 14 Tage, weil die Hirnanhangdrüse das LH nur so lange produziert. Das Schwangerschaftsprodukt produziert jetzt also ein ähnliches Hormon, das humane Chorion Gonadotropin (ß-HCG), die Wirkung des LH ersetzt und die Mutter weiter zur Aufrechterhaltung des Gelbkörpers und zur Progesteronausschüttung stimuliert und ihr damit eine neue Menstruationsblutung (Abbruchblutung) verbietet.

Wie man sieht, das Kind hat die Mutter voll im Griff. Wenn der mütterliche Organismus mitspielt und das Kind nicht geschädigt wird, steht einer Schwangerschaft nun nichts mehr im Wege.

SSW 4+X

Die erwartete Regelblutung bleibt aus. Im Urin lässt sich HCG nachweisen (Schwangerschaftstest). Ein untrügerisches Zeichen für eine Schwangerschaft. Der Embryo hat jetzt eine Länge von etwa zwei Millimeter. Das Rückenmark, das bis zu diesem Zeitpunkt noch offen ist, verschließt sich. Dabei hilft zusätzliche Aufnahme von Folsäure. Die ersten Blutgefäße und Blutzellen bilden sich. Die Blutzellen haben aber noch keine Blutgruppeneigenschaften und insbesondere noch keinen Rhesus-Faktor. Das kommt erst zwei Wochen später. Ein schlauchförmiges Herz hat sich gebildet, das bald anfangen wird, zu schlagen. Die Arme und Beine bilden sich.

SSW 5+X bis 12+X

Nun geht es rasant weiter. Am 42. Zyklustag setzt die Herzfrequenz sichtbar ein. Das Herzrohr hat sich gefaltet. Zunächst schlug es nur mit einer Kammer, jetzt haben sich die beiden Herzkammern durch die Kammerscheidewand getrennt. Gleichzeitig bilden sich der Darm, die Lungen, die Schilddrüse, die Leber und die Bauchspeicheldrüse.

Eine Woche später sind Finger und Zehen gesprossen. Das Gesicht hat Formen angenommen. Zunächst hat sich der Unterkiefer gebildet, eine Woche später sind auch Oberkiefer und Oberlippe geschlossen, dann werden Nase und Mund durch den Gaumen voneinander getrennt, der Rachen ausgebildet. Bis zum Ende der 10. SSW sind Nase, Ohren und Augen angelegt.

Schließlich sind alle Organe gebildet worden. Die Blutgruppe liegt seit der 7. SSW fest. Seit der 10. SSW produzieren die Hoden bereits Testosteron, das männliche Geschlechsthormon, damit auch die Geschlechtsorgane "richtig" angelegt werden. Das Kind bewegt sich selbst aktiv, denn seine Muskulatur ist angelegt. Eigentlich muss nach der vollendeten 12. SSW alles nur noch wachsen. Die Drüsen produzieren bereits Hormone, die Bauchspeicheldrüse beispielsweise Insulin. Die Nieren bilden Urin.

Nur eines ist problematisch: Alle schädigenden Einflüsse wirkten sich sich seit der SSW 5 nicht mehr nur auf das Leben des Kindes insgesamt aus. Das "Alles-oder-Nichts-Gesetz" vom Anfang der Schwangerschaft galt nicht mehr. Was jetzt geschädigt hat, schädigte "nur" die Organentwicklung im jeweiligen Schwangerschaftsstadium, in sehr seltenen Fällen mit schlimmen Folgen.

Am Ende der 12. Schwangerschaftswoche ist die Embryonalzeit abgeschlossen. Das Kind hat jetzt eine Länge von insgesamt etwa 8 - 9 cm (Scheitel-Fuß-Länge, Scheitel-Steiß-Länge ca. 5,5 cm). Vor neun Wochen war es noch ein Zellhaufen von 0,2 mm Durchmesser. Aus den pluripotenten (vielseitigen) menschlichen Stammzellen ist ein Mensch geworden. Er ist fast um das 500-fache in kürzester Zeit gewachsen und die Zellen haben sich differenziert - die schnellste Entwicklung im Leben eines Menschen - aber eben auch die gefährlichste.

Im Vergleich zu den Wochen zuvor wird zukünftig das Fehlgeburts- und Fehlbildungsrisiko deutlich geringer sein. Das Kind wird sich entwickeln, die Beschwerden der Mutter werden nachlassen, wie übelkeit, Erbrechen, nicht gekannte Gelüste auf abnorme Speisenzusammenstellungen und vieles mehr. Die Schwangerschaft wird zur Normalität werden. Das Kind hat die Mutter im Griff. Das sieht die Natur so vor.



Die spätere Schwangerschaft - Fetalzeit

Die erste Hürde ist geschafft. Der Embryo hat sich zur Zufriedenheit entwickelt. Nun kommt er/sie in ein zweites Stadium. Das Kind ist nicht mehr Embryo, es ist ein Fetus, früher auch Foetus geschrieben. Was ist der Unterschied zwischen dem Embryo und dem Fetus/Foetus? Der Embryo musste sich zum Menschen ausbilden, der Fetus muss reifen. Im Prinzip ist es wie später im Leben. Niemand ist fertig, jeder Mensch entwickelt sich - und das lange vor der Geburt.

SSW 12 - 20

Der Fetus beginnt mit einer Gesamtlänge von 8 - 9 cm. Jetzt bildet sich das Skelettsystem langsam aus. Die inneren und äußeren Geschlechtsorgane sind gebildet. Das Gesicht wird immer menschlicher. Die Bewegungen sind zwar noch unkoordiniert, trotzdem gelingt es dem Daumen immer wieder, in den Mund zu gelangen. Das Kind lutscht am Daumen und fühlt sich dabei offensichtlich wohl. Die Ohren sind fertig, Die Augen bewegen sich. Die Hände können sich zur Faust ballen. Finger- und Zehennägel bilden sich. Unwillkürlich kann das Kind sein Gesicht verziehen, die Stirn kräuseln, Mimik zeigen. Das Unterhautfettgewebe bildet sich langsam heraus.

In der 18. SSW reagiert das Auge bereits auf Lichtreize. Die Haut bildet eine schützende äußere Fettschicht, die Vernix. Sie wird dicker und behaart, die Lanugo-Behaarung. Das Kind bildet seine Sinne aus, der Tastsinn ist bereits vorhanden, es kann Schmerzen empfinden. Es beginnt zu hören. Die Mutter nimmt die Kindsbewegungen erstmals bewusst wahr.

SSW 20 - 28

Das Kind hat jetzt eine Gesamtlänge von fast 20 cm. Es nimmt rasch an Gewicht zu und wiegt rund 350 - 400 g. Bei Jungen sind die Hoden noch inaktiv. Mädchen bilden aber jetzt schon ca. sechs Millionen Eizellen in den Eierstöcken. Bis zur Geburt wird ein großer Teil der Eizellanlagen wieder zugrunde gehen. Das Sterben beginnt offensichtlich schon vor der Geburt - nichts, was Besorgnis erregen müsste. Es ist natürlich.

Langsam entwickelt das Kind einen Wach-Schlaf-Rhythmus. über den ganzen Tag verteilt zeigt das Kind Phasen von Inaktivität (Schlaf) von etwa 20 Minuten Dauer. Bis zur Geburt wird sich das nicht ändern. Erst sehr viel später nach der Geburt wird es diesen Rhythmus ändern. Schließlich kann das Kind alles, was man von einem Neugeborenen erwartet. Es reagiert auf Geräusche, Licht, Schmerzen, Geruch, Geschmack, Berührung. Es reagiert auf das Wohlbefinden oder Missempfinden der Mutter. Doch es kann noch mehr. Es beeinflusst den Organismus der Mutter. Mütter, die beispielsweise zu Diabetes neigen, steuert das Kind durch vermehrte Insulinproduktion.

Das Kind ist bereits ein hochintelligenter Organismus. Denken kann es sicherlich noch nicht. Aber es sammelt Reize und kann sich damit auseinander setzen. Biologisch kann es sogar agieren.



SSW 28 bis zur Geburt - ... und danach

Das Kind wächst ständig, die Organe werden reifer und funktionstüchtiger. Anatomisch ist es längst fertig. Speziell Lungen und Leber müssen aber noch heranreifen. Andere Organe haben dagegen ihre Funktion längst aufgenommen. Ab der 36. SSW kann das Kind einen großen Teil des mütterlichen Insulinbedarfs bilden, ein wichtiger Zeitpunkt, um zum Beispiel eine schwangere Diabetikerin engmaschig zu kontrollieren. Das Kind sammelt Gewicht, speziell durch Ausbildung der Haut und des Unterhautfettgewebes, um sich gegen die "feindliche" Außenwelt wehren zu können. Die Proportionen des Körpers ändern sich. Während der Kopf-Querdurchmesser vorher größer war als der Bauch-Querdurchmesser, verändert sich das Verhältnis ab der 36. SSW in das Gegenteil - ein wichtiges Indiz für eine gute körperliche Entwicklung. Das Gewicht steigt von ca. 800 g in der 28. SSW auf rund 3.500 g am Ende der Schwangerschaft.

Es wird geboren. Das Kind hat sich längst durchgeboxt gegen alle möglichen Anfeindungen. Es hat sich entwickelt, hat die Mutter gesteuert, damit es wachsen und zum Mensch werden konnte. Schon zu Beginn, längst vor der ausgebliebenen Regelblutung, musste es sich gegen die Immunabwehr der Mutter durchsetzen, um nicht als "körperfremd" abgestoßen zu werden. Später stellte es den mütterlichen Hormonhaushalt komplett um. Es hat an der Mutter gezehrt, ihr übelkeit bereitet und sie unter Umständen außer Form gebracht. Es hat sich genommen was es brauchte, manchmal aber auch bekommen, was es nicht (b)rauchte.

Aus der Eizelle von 0,2 mm Durchmesser wurde ein hochdifferenzierter Organismus von etwa 50 cm Länge.

Die Geburt ist also gar nicht der Beginn des Lebens. Funktional wird das Kind sich weit über den Zeitpunkt der Geburt hinaus entwickeln. Erst im Alter von ca. sechs Jahren nach der Geburt werden das Gehirn voll entwickelt und die Nervenbahnen endgültig strukturiert sein. Das biologische Lernen wird durch soziales Lernen ersetzt. Und schließlich wird das Kind bis zum 16. oder 18. Lebensjahr wachsen, wenn sich die Wachstumsfugen der langen Röhrenknochen geschlossen haben werden. Zu diesem Zeitpunkt ist es körperlich längst  in der Lage, sich selbst vermehren zu können.

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Achtung: Wir sind keine Ärzte oder medizinische Fachkräfte. Die im Forum getroffenen Aussagen beruhen auf eigenen Erfahrungen und können deshalb keinen Arztbesuch ersetzen.

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